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“You will love parts of Europe. I think you would like the little country I am in now. The people are good and very industrious. I haven’t come across a poor family here. They are robust and healthy, a surprising number speak English; in some sections the children go to school twelve months of the year. They are bright and sharp and don’t beg and whine – but then French and English children didn’t use to beg and whine.
At the home where I have a room there is an adorable little Italian boy. He is a refugee whose mother works in Paris. He is the beautiful precocious Cameo type like the boy in ‘Death in Venice’. He is thirteen years old and speaks four languages well. He follows me everywhere and has about exacted all the knowledge I have of America. I wish I could bring him home for us to keep.”

Reeves to Carson, 17 October 1944, Luxembourg, in World War II Correspondence of Carson and Reeves McCullers, in Illuminating & Night Glare – The Unfinished Autobiography of Carson McCullers (Carlos L. Dews, Ed.), 1999, p. 87, Madison: The University of Wisconsin Press


“I love all that you write about Luxembourg.”

Carson to Reeves, Nyack, N.Y., Thanksgiving (November 22, 1944), in World War II Correspondence of Carson and Reeves McCullers, in Illuminating & Night Glare – The Unfinished Autobiography of Carson McCullers (Carlos L. Dews, Ed.), 1999, p. 97, Madison: The University of Wisconsin Press


“Die amerikanische Armee bewegte sich über Longwy auf Luxemburg zu. (…) Gewaltige Schornsteine stellten sich ein, man geriet in das Hochofengebiet. (…) Am Einundzwanzigsten erreichten die Amerikaner die Stadt Luxemburg. Die Deutschen waren weg. Am Bahnhofsplatz lagen die verbrannten Reste eines großen Schuppens, in dem sie Brot aufbewahrt hatten. Vor ihrem Abmarsch ließen sie ihn in Feuer aufgehen.
Die Amerikaner!

Die Deutschen hatten gehöhnt: Der Zirkus Barnum zieht in den Krieg. (…)
Was für eine kleine angenehme Stadt Luxemburg war. Die Leute freuten sich und hatten geflaggt. Die Amerikaner trommelten und pfiffen und gingen in die Kaserne und in ihr Privatquartier. Und als sie die Stadt besichtigen wollten, führte man sie in die große Straße auf eine mächtige Brücke, die riesige Straßenbahnmasten trug. Sie blickten herunter in einen Abgrund. Hinten sahen sie einen nebligen Höhenzug, unter sich grünlich blasse Wiesen, die die Hügel hinaufkletterten. Es waren da breite Wege gezogen, ja ein Bach floß. Sie fragten, ob das alles natürlich sei. Die Luxemburger bejahten stolz. Nur die Brücke sei nicht natürlich, die wäre von ihnen. Blickten die Amerikaner dann die andere Seite herunter, so floß auch da der Bach, und zwar jetzt mit richtigen Schnellen. Es gab auch ein niedriges burgartiges Gemäuer mit vielen schwarzen Fenstern. Und eine kleine Brücke führte über den Bach. Alles unendlich niedlich für Leute vom Mississippi und Missouri, von den großen Seen und dem Niagarafall.

Als sie zum Bahnhofsplatz zurückkehrten, erregte eine kolossal qualmende Eisenbahn ihre Neugier und Bewunderung. Mit blitzblanken schmucken Wagen, vier an der Zahl, oben weiß, unten grün, kam sie vor dem Bahnhof auf dem Platz angefahren unter einem wirklich enormen Keuchen. Als sie hielt, machte die Lokomotive eine elegante Tour um die vier Wagen herum, die sich inzwischen stille verhielten und mit Menschen füllten, und nun zog sie wieder alles, Wagen und Menschen, Mann und Maus, aus der Stadt Luxemburg heraus.

Die Amerikaner brachten in die Stadt mit ihre kleinen Lederbeutel mit gelbem Tabak, ferner den Kaugummi, der dann die Stadt nicht mehr verließ. Und wenn sie in Quartiere kamen, wo es größere Jungens oder Mädchen gab, so war das erste, was sie taten, daß sie ihnen Boxhandschuhe überlieferten und mit den Kindern momentan ihrem Nationalsport frönten Hinter ihnen zog das französische 109. Linienregiment ein. Neuer Jubel. Herr Paul Stümper, assistiert vom Bürgermeister von Höllrich und Luxemburg, empfing sie: „Ihr habt den ersten Stoß ausgehalten. Euer Blut ist in Strömen geflossen. Wir sind stolz darauf, das 109. Linienregiment zu empfangen, mit der Militärmedaille an der Fahne, viermal genannt im Tagesbefehl.“

Nachher ging bei den Dinners und Empfängen das Tuscheln los, von den fünfhundert französischen Kriegsgefangenen, die vor acht Tagen aus Deutschland hier eintrafen, verhungert, eingefallen, in abgerissenen Kleidern. Und dann die Deutschen (man sprach jetzt kühn auf der Straße von Saupreußen), sie sind jetzt weg, endlich. Aber während der langen Besetzung haben sie Verhaftung über Verhaftung vorgenommen, Verurteilungen wegen Vorliebe für Frankreich in mindestens fünfhundert Fällen. Und dann ganz leise: „Was die Großherzogin Adelaide anlangt, so hat der Kaiser bei ihr diniert, und sie hat einen Toast auf die ruhmreiche deutsche Armee ausgebracht, oha, die Großherzogin Adelaide.“

Alfred Döblin, 1981, November 1918 – Romantetralogie, Band 1: Bürger und Soldaten, S. 289, 290, 291, 292, Berlin: Rütten & Loening